Anästhesie Notfallmedizin

Anwendung eines Bougie verbessert die Erfolgsrate bei der Intubation

Written by sb

Um im Notfall die Erfolgswahrscheinlichkeiten bei der Intubation zu verbessern, existieren mittlerweile unzählige Hilfsmittel. Die Palette reicht dabei vom einfachen Führungsstab, über den McCoy-Spatel, bishin zum Videolaryngoskope. Dass auch einfache Hilfsmittel zu einer deutlichen Verbesserung der Erfolgswahrscheinlichkeit beitragen können, hat nun eine Studie aus Minneapolis (USA) gezeigt. Die Forscher haben sich dabei mit der Anwendung des Bougie durch Nicht-Anästhesisten beschäftigt und konnten interessante Ergebnisse präsentieren.

The Bougie and First-Pass Success in the Emergency Department
Ann Emerg Med. 2017 Jun 7 (PMID: 28601269)

Um den Einfluss eines Bougies auf die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Intubation zu untersuchen, haben Brian Driver und seine Kollegen von der Uniklinik in Minneapolis (USA) ein Jahr lang alle Intubation in der Notaufnahme ihres Klinikums erfasst und untersucht. Nach Ablauf des Jahres konnten die Forscher Ergebnisse von insgesamt 543 Intubationen auswerten.

Dabei zeigte sich, dass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit zur korrekten Intubation mit dem ersten Versuch durch Verwendung eines Bougie von 86% auf 95% steigern lies. Die Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit ging allerdings mit einer verlängerten Intubationszeit (mit Bougie: 40s; ohne Bougie: 27s) einher. Ob dies zu einer erhöhten Aspirationsrate führte, haben Driver und seine Kollegen allerdings nicht untersucht.

Fazit:
Für Nicht-Anästhesisten ist der Bougie ein einfaches Hilfsmittel, welches die Erfolgswahrscheinlichkeit der korrekten Tubusplatzierung verbessert. Die längere Intubationszeit kann allerdings ein erhöhtes Risiko für eine mögliche Aspiration bedeuten.

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