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Beat the Stress Fool – Wege zu mehr Resilienz

Written by md

Es ist Scott Weingart Zeit! Diesmal bringt er uns einen Artikel über psychologische Skills für in der Notfallmedizin Tätige unter Stress. Das wir alle aufgrund unserer psychologischen Limitationen unser Potential oftmals nicht in Performance umsetzen können, das haben wir so langsam verstanden. Aber was kann man denn tun?

Psychological Skills to Improve Emergency Care Providers’ Performance Under Stress
Ann Emerg Med. 2017 Apr 28

 

Nach kurzer Einführung stellt der Artikel 4 „performance-enhancing psychological skills (PEPS)“ vor, deren Wert für die Leistungssteigerung unter Stress anhand von Literaturquellen dargestellt wird.

  • Atmen (Breathe)

Meint die Bewusstmachung der eigenen Atmung. Diese vom Joga bis Psychiatrie, vom Sport bis zum Militär („tacitical breathing“) gängige Methode findet sich in verschiedensten Formen. Die Autoren empfehlen hier die „Rechteckatmung“.

Einatmen, Halten, Ausatmen, Halten für jeweils 4 Sekunden. Die innere Anspannung weicht, es tritt die notwendige Ruhe auch für belastende Vorhaben ein.

  • Sprechen (Talk)

Gemeint ist hier der klassische, an sich selbst gerichtete „Pep-Talk“. Sich in verbal in eigenen Stärken, Fähigkeiten, Erfahrungen, Erfolgen bestärken. So bekannt wie aus der Halbzeit vom Trainer beliebt wird die Zuversicht in den Erfolg der eigenen Handlung gestärkt. Dies ebnet den Weg zur Visualisierung.

Die Autoren empfehlen dabei die Phrasen kurz zu halten („Knie grade“), in der ersten Person und im Präsens zu sprechen („Ich krieg‘ das hin“),  Positive Phrasen zu verwenden („Ich komme da rein“, nicht „ich werde nicht abrutschen“), es ernst und gezielt zu meinen, wenn man eine Phrase spricht („Das ist mein Tag, ich mache den Tubus da rein“), freundlich mit sich selbst zu sein und die Phrasen oft und stetig zu wiederholen (sowohl in der einzelnen Situation, als auch die gleichen Phrasen in ähnlichen Situationen).

  • Visualisieren(See)

Eine geplante Handlung oder Maßnahme im Vorfeld sich vorzustellen, im Geiste erfolgreich abzulaufen ist ein aus vielen Leistungsdisziplinen bekanntes Verfahren. Die Art wie Bobfahrer vorher die Bahn im Kopf durchfahren gilt als Vorbild dafür, sich die Intubation des ertrunkenen Kindes, die Thoraxdrainagenanlage beim Motorradfahrer oder selbst die Venenpunktion unter räumlich oder emotional beengten Bedingungen vorzustellen und erfolgreich zu meistern.

  • Fokussieren (Focus)

Mit einem wiederkehrenden Triggerwort (hier im Artikel „smooth“) wird die eigene Aufmerksamkeit auf die direkt anstehende Tätigkeit gelenkt, die Konzentration gebündelt und gleichzeitig die Wahrnehmung getunnelt. Im deutschen tut es ein „ruhig“ ebenso wie ein „tun wir’s“ oder, für den eher wortkargen Charakter, ein „so“.

Alle 4 Techniken sind keine Neuerfindungen. Die einfache Verbindung mit Mr. T, der einem ein klares „Beat the Stress Fool“ vor die Rübe drückt vereinfacht aber den Zugang dazu. Dabei gegebenenfalls über das Mem oder sich selbst zu schmunzeln ist kein Fehler, sondern im Gegenteil, schon die Muskelaktion des Schmunzelns allein ist in der Lage Stress zu reduzieren.

Fazit:

Sich der eigenen Limitationen bewusst zu werden ist nur der erste Schritt. Unter Stress sich nicht zu albern zu sein eine beeindruckende Leistung zu erbringen funktioniert mit einfachen Hilfen.

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