Notfallmedizin

Inhalatives Ketamin

Written by sb

Die Anwendung von Ketamin zur Analgosedierung ist weit verbreitet. Vor allem die Tatsache, dass Ketamin auch bei fehlendem iv-Zugang intramuskulär oder intrnasal verwendet werden kann macht es auch bei schwierigen Venenverhältnissen gut anwendbar. Eine Forschergruppe aus Holland und Österreich untersucht aktuell einen neuen Applikationsweg und stellt erste Vorabergebnisse ihrer Studie vor:

Ketamine inhalation
Jonkman K, Duma A, Velzen M, Dahan A
Br J Anaesth. 2017 Feb;118(2):268-269 (PMID: 28100533)

Um die Wirksamkeit von inhalativem Ketamin nachzuweisen, haben die Forscher um K. Jonkman 12 freiwillige Probanden rekrutieren können. Alle Probanden inhalierten jeweils 3 verschiedene Mengen an S-Ketamin (0.35mg/kg, 0.5mg/kg und 0.7mg/kg). Im Anschluss an jede Inhalation wurde den Probanden Blut entnommen und darin der entsprechende Plasmaspiegel von S-Ketamin bestimmt. Als pharmakologisch wirksammer Plasmaspiegel galt dabei ein Wert von größer 100 ng/ml.

Die Forscher konnten zeigen, dass bereits eine Dosis von 0.35mg/kg (entspricht ca. 25 mg bei 70 kg) zu einem wirksamen Plasmaspiegel (128ng/ml) führt. Mit Steigerung der Dosis nahm auch der Plasmaspiegel proportional zu. Die Inhalationen dauerten im Mittel zwischen 22 und 41 Minuten.

Als unerwünschte Effekte beobachteten die Forscher leicht erhöhten Blutdruck (n=10), Übelkeit (n=3), Erbrechen (n=2) und psychedelische Nebenwirkungen (n=10).

Fazit
Mit ihrer Studie konnten die Forscher zeigen, dass die Inhalation von S-Ketamin zu wirksamen Plasmaspiegeln führt und so einen weiteren Applikationsweg für die Analgesie darstellt. Vor allem bei Patienten mit schlechten Venenverhältnissen könnte dies eine willkommene Alternative, nicht nur im Rettungsdienst, sondern auch in der Notaufnahme oder in der Paliativmedizin sein.

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