Intensivmedizin

Welches Gefäß ist das Beste für den ZVK? Das kommt drauf an…

Written by md

…wie hoch der Erfahrungsschatz mit der V. subclavia ist. Die geringste Rate an Infekten und Thrombosen, aber auch die höchste Versagerquote und (na klar) der Pneumothorax.

Intravascular Complications of Central Venous Catheterization by Insertion Site
N Engl J Med. 2015 Sep 24

In der nicht mehr ganz brandakutelle 3Sites Study aus dem Jahr 2015 vergleichen die französischen Autoren um Jean-Jacques Parienti und Damien du Cheyron die ZVK-Anlagen in die V. jugularis interna, V. subclavia und V. femoralis miteinander. Sie tun dies prospektiv randomisiert an insgesamt 10 verschiedenen Intensivstationen in Frankreich (Studienzentrum Caen) und an sage und schreibe 3027 Patienten, denen insgesamt 3471 ZVKs gelegt wurden. Vor dem Einschluss mussten durch den behandelnden Arzt mindestens 2 der 3 Insertionsstellen als möglich erachtet werden.

Die Dauer der Punktion war vergleihbar, die Versagerquote bei der Subclavia Punktion aber am höchsten (rund 15%).

Die alte Mähr vom „dreckigen“ Femoralis-Katheter ließ sich in dieser Studie nicht halten, mit Abstand am „saubersten“ war aber der Subclavia-Katheter. Insgesamt die Punktionsstelle mit der geringsten Komplikationsquote.

Hervorstechen (das Wortspiel sei mir verziehen) tun jedoch die 14 Pneumothoraces bei den Subclavia-Punktionen (1,42%) gegenüber nur 4 bei den Punktionen der V. jugularis.(0,4%)

Fazit:
Ein wiederkehrendes Problem: Die mittelfristig sicherste Variante für den Patienten, die Punktion der Vena subclavia, ist die kurzfristig risikoreichste. Der Femoralis-Katheter steht aber bei Berücksichtigung der steilen Anlage dem Jugularis-Katheter nicht nach und darf eine häufiger beachtete Alternative sein.

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