Intensivmedizin Notfallmedizin

Hypothermie verbessert nicht das Outcome beim Status Epilepticus

Written by sb

Ein konvulsiver Status epilepticus gehört zu den lebensbedrohlichen Notfällen und führt oft zu einer dauerhaften neurologischen Schädigung. Eine akuelle Studie Frankreich hat den Einfluss der Hypothermie zur Reduzierung des neurologischen Schadens untersucht.

Hypothermia for Neuroprotection in Convulsive Status Epilepticus
N Engl J Med 2016;375:2457-67 (PMID: 28002714)

Die Anwendung der therapeutischen Hypothermie ist in der Notfall- und Intensivmedizin nichts neues. Bereits vor einigen Jahren hielt sie Einzug in die Reanimationsmedizin, wurde aber in den aktuellen Leitlinien 2015 teilweise entkräftigt, nachdem eine Studie aus Schweden zeigen konnte, dass die Vermeidung von Temperaturspitzen den selben neuroprotektiven Effekt nach Reanimation erziehlt.

Auch in anderen Gebieten wurde die Hypothermie eingesetz (z.B. beim Apoplex).  Eine aktuelle Studie aus Paris befasst sich jetzt mit einem weiteren Einsatz im Bereich der Neurologie: dem Status epilepticus.

Dabei steht vor allem die Senkung der hohen Sterblichkeit (innerklinisch nahezu 20%) im Fokus der Untersuchung. Diese hohe Mortalität ist dabei hauptsächlich dem während des Status entstehenden neuronalen Schaden zuzuschreiben. Eine frühe therapeutsche Hypothermie soll hierbei den zerebralen Sauerstoffbedarf verringrn und somit das Überleben verbessern.

Für ihre Studie rekrutierten die Forscher insgesamt 268 Patienten mit Status epilepticus bei denen zur Behandlung eine Narkose eingeleitet werden musste. Bei 138 Patienten erfolgte eine therapeutische Hypothermie (32-34°C) während 130 als Kontrollgruppe fungierten.

Bezüglich der Mortalität zeigte sich keine signifikante Überlegenheit der therapeutischen Hypothermie gegenüber der Standardtherapie nach 90 Tagen. Allerdings zeigten Patienten mit therapeutischer Hypothermie öfters Komplikationen als Patienten mit Normothermie.

Bei den vorliegenden Daten ist zu berücksichtigen, dass die Studie mit knapp etwas mehr als 100 Patienten pro Untersuchungsgruppe etwas underpowered war um evtl. Unterschiede aufzuzeigen. Ob sich bei einem größeren Stichprobenumfang Vorteile für die therapeutische Hypothermie ergeben bleibt offen.

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