Size does matter: Je mehr Patienten, desto geringer die Mortalität in deutschen Traumazentren

Es ist eine lebendige Diskussion, ob die Zentralisierung der Versorgung von (Poly)traumatisierten Patienten positive Effekte auf ihr Überleben hat. Schließlich verlängert sich die Transportzeit bis in ein Zentrum oftmals nicht unerheblich. Eine Auswertung des TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie liefert nun belastbare Zahlen.

Association between volume of severely injured patients and mortality in German trauma hospitals
Br J Surg. 2015 Sep;102(10):1213-9

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Für die Jahre 2009 bis 2013 werteten die Autoren Daten zu knapp 40.000 Patienten aus.

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Wie zu erwarten versorgten dabei überregionale Traumazentren (Level 1) im Schnitt deutlich mehr Patienten als regionale (Level 2) oder lokale (Level 3) Traumazentren.

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Die Autoren verglichen nun die nach dem RISCII-Score zu erwartende Sterblichkeitswahrscheinlichkeit mit der beobachteten. Dabei fanden sie eine für die Zentren mit wenig Aufnahmen deutlich erhöhte Mortalitätsrate im Vergleich zur zu erwartenden Prognose.

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Dies kann zum einen ein statistischer Effekt sein, wenn der RISC-II Score diese Patientengruppe schlecht abbildet, oder zum Anderen eine Verzerrung, da nur Patienten noch in die lokalen Zentren gebracht werden, deren Verletzungsschwere einen Weitertransport unmöglich macht (dann sollte aber wiederum eigentlich der Score greifen).

Alles in allem ist ja die netto-Sterblichkeit in den umsatz-schwächeren Zentren niedriger, als in Zentren mit einer großen nzahl aufgenommener Patienten.

 

Fazit:

Die DGU liefert nun erstmals Daten, die, wenn auch noch diskutabel, die bisher eingeschlagene Zentralisierungstendenz it einem positiven Effekt belegen könnten.