Schnelle Adrenalin-Gabe verbessert beim nicht-schockbarem Rhythmus das Überleben

Eigentlich macht das mit dem Supra in der Reanimation ja gar keinen so echten Sinn, haben wir gelernt. Jetzt gibt es Daten, die den Zeitpunkt der Gabe mit dem Outcome verbinden.

Time to administration of epinephrine and outcome after in-hospital cardiac arrest with non-shockable rhythms: retrospective analysis of large in-hospital data registry.
BMJ. 2014 May 20

Time to Epinephrine and Survival After Pediatric In-Hospital Cardiac Arrest.
JAMA. 2015 Aug 25

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Bei beiden Untersuchungen handelt es sich um Registerauszüge aus dem „Get With the Guidelines–Resuscitation registry“, das USA-weit Daten aus Krankenhausreanimationen (In Hospital Cardiac Arrest-IHCA) sammelt. In der retrospektiven Analyse betrachteten Donnino und Co-Autoren 25095 Reanimationen außerhalb von Intersiv- oder Notfallstationen, die initial eine Pulslose Elektrische Aktivität (PEA) oder Asystolie aufwiesen. Als Zeit bis zur Adrenalingabe definierten sie den Zeitraum vom Erkennen eines reanimationspflichtigen Zustandes bis zur ersten Medikamentengabe.

 

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Ein ganzer Stapel an Ko-Variablen wurde aus den Überlebensdaten heraus gerechnet.

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Und übrig blieb eine deutliche Verschlechterung der Krankenhausentlassungsrate, je länger die Gabe auf sich warten ließ.

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Anzumerken ist,

  • dass 56% der Herzstillstände beobachtet wurden,
  • 51% zum Zeitpunkt des Beginns an einen Monitor angeschlossen waren,
  • 52% sich auf der Allgemeinstation befanden
  • sich 56% der Patienten mit einer nicht-kardialen Ursache in Behandlung befanden
  • immerhin 13% septische Patienten darunter waren

 

Und für Kinder?

Andersen und Ko-Autoren wiederholten die Studie für Kinder mit IHCA.

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Und zeigten nahezu gleichlautende Ergebnisse:

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Fazit:

Beobachtungsdaten sagen, dass der Erfolg des Einsatzes von Adrenalin in der Reanimation viel mit einem möglichst frühen Zeitpunkt zu tun haben könnte. Inwiefern sich diese Daten auf Herzstillstände im Rettungsdienst beziehen lassen ist aufgrund des deutlich späteren Eintreffens als im Krankenhaus fraglich.