Intensivmedizin Notfallmedizin

EKG-Veränderung bei intrakranieller Blutung

Written by sb

Wir haben neulich schonmal in einem Fallbericht über EKG-Veränderung bei einer intrazerebralen Blutungen berichtet (Fallbericht: Plötzlicher Kreislaufstillstand bei einer jungen Frau). Jetzt ist ein Kurzbericht über eine laufende Studie erschienen, die das Auftreten von EKG-Veränderungen bei intrakraniellen Blutungen untersucht und erstaunliche Zusammenhänge aufzeigt.


Electrocardiographic Findings of Intracranial Haemorrhage as a Cause of Out-Of-Hospital Cardiac Arrest
Resuscitation. 2015 Jul 6. [Epub ahead of print] PMID: 26159610

Die Arbeitsgruppe von Youn-Jung Kim untersuchte in den letzten 9 Jahren 473 Fälle von Kreislaufstillständen. Dabei fanden die Forscher bei insgesamt 72 Patienten im CT Formen einer intrakranialen Blutung (ICB/SAB) als Auslöser für den Kreislaufstillstand. Bei Krankenhausaufnahme wießen die meisten dieser Patienten im EKG eine Tachykardie (86,1%) mit verlängerter QT-Zeit (52,8%) auf.

Bei 77,8% der Patienten konnte ein ST-Hebung im EKG gesehen werden. Diese zeigte sich vor allem in den Ableitungen aVR (51,4%) und V1 (22,2%). Allerings konnten die Forscher nur selten ST-Veränderungen in zwei direkt nebeneinenader liegenden Ableitungen sehen. ST-Stecken-Senkungen konnten in den anterioren Ableitungen in 88,9% der Fälle und in den lateralen Ableitungen in 80,6% der Fälle beobachtet werden. Eine T-Wellen-negativierung zeigte sich bei 54,1% der Patienten.

 

Fazit
Besonders bei jungen Patienten mit plötzlichem Herzstillstand ohne relevante Vorerkrankungen sollte bei gleichzeitigem Auftreten von ST-Strecken-Veränderungen im EKG auch an das Vorliegen einer intrakraniellen Blutung gedacht werden. Bei diesen Patienten kann die Entscheidung zur thrombolytischen Therapie (ASS/Heparin) zu einer Verschlimmerung oder sogar zum letalen Ausgang führen.

 

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