Outcome nach Ertrinkungsunfällen bei Kindern

Ertrinken ist weltweit die häufigste Unfallursache mit Todesfolge bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren. Immer wieder exsistieren Fallberichte über extrem lange Zeiten zwischen Ertrinken und Einleitung der Wiederbelebungsmaßnahmen. Eine Studie aus Holland hat sich nun mit dem Überleben nach Ertrinken beschäftigt und wirft die Frage auf, ob eine Reanimation 30 Minuten nach Ertrinken noch sinnvoll ist.

Outcome after resuscitation beyond 30 minutes in drowned children with cardiac arrest and hypothermia: Dutch nationwide retrospective cohort study
BMJ. 2015 Feb 10 PMID: 25670715

Zwischen den Jahren 1993 und 2012 untersuchte die Forschungsgruppe um Kieboom insgesamt 160 Ertrinkungsfälle bei Kinder unter 16 Jahren. Während sich der Schwerpunkt der Studie mit der Reanimationsdauer und dem neurologischen Outcome beschäftigte, konnten die Forscher zeigen, dass es vor allem in den Sommermonaten zu einem deutlichen Anstieg der Ertrinkungsunfälle kommt.

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Die Forschungsgruppe konnte zeigen, dass nach mehr als 30 Minuten auch bei Kindern mit Hyothermie fast keine Hoffnung auf ein Überleben mit gutem neurologischem Outcome besteht. Fallberichte über Reanimationen nach mehr als 30 Minuten mit gutem neurologischem Outcome scheinen Einzelfälle zu bleiben

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Fazit

Das Einleiten von Reanimationsmaßnahmen scheint bis zu 30 Minuten nach Ertrinken sinnvoll. Besonders die Hypothermie scheint das Überleben bei diesen Patienten zu begünstigen. Reanimationen nach mehr als 30 Minuten konnten in der vorliegenden Studie nicht zu einem guten neurologischem Outcome führen.