Crew Resource Management (CRM) Trainings retten Leben

Es ist menschlich Fehler zu machen. In Hochrisikobereichen können Fehler Leben kosten. Das gilt vollkommen identisch für Flugzeuge, Kernkraftwerke, Schiffe, Intensivstationen. Auf der Intensivstation der Universität Nijmegen hat ein konsequent gelebtes CRM Leben gerettet.


Crew Resource Management in the Intensive Care Unit: a prospective 3-year cohort study
Acta Anaesthesiol Scand. 2015 Jun 16

crm5

„to err is human“

Seit dem Jahr 2000 wird versucht Erkenntnisse aus der Luftfahrt in die Medizin zu übersetzten. Wir wissen, das Problem sind nicht die schlechten Menschen, sondern gute Mensch, die in schlechten Systemen arbeiten.

Die „Human Factors“, so schreiben die Autoren um M. Haerkens, beziehen sich auf Umwelt-, Organisations- und Arbeits-Faktoren, sowie auf menschliche und individuelle Charakteristiken, die das professionelle Verhalten auf eine Art beeinträchtigen, die Sicherheit und Leistung beeinflussen.

„Crew Ressource Management“ ist in der Luftfahrt entwickelt worden und adressiert diese Faktoren. Durch Wissensvermittlung, Sensibilisierung und Trainings.

 

Am Radboud University Medical Center in Nijmegen werden auf den Intensivstationen alle Komplikaitonen gemäß der niederländischen NICE-Datenbank (National Intensive Care Evalutation) regelhaft erfasst. Über ein Jahr wurde dies prospektiv mit Hinblick auf die geplante Intervention getan.

Dann durchliefen alle sämtliche Mitarbeiter ein 2 tägiges CRM-Starttraining. 47 Assistenz-, Fah- und Oberärzte, und 173 Pflegekräfte. Die im folgenden Untersuchungsjahr neu dazustossenden 13 Pflegekräfte und 2 Mediziner holten den Kurs nach ihrer Ankunft nach.

Zudem wurde eine CRM-Gruppe ins Leben gerufen, die regelmäßige Trainings und Simulationen, sowie Hilfen bei Feedbacks und Debreifings anbot. Sie er- und überarbeiteten Checklisten und Abläufe und hielten die gelernten Inhalte präsent.

 

Und was nutzt das?

crm3

Die Reanimationsrate sinkt und der Erfolg steigt. Eine echte Teamaufgabe eben.

 

crm1

Gleiches gilt aber auch für die Komplikaitonsrate. Rund 10 Komplikationen waren durch das Training verhindert worden.

 

crm2

Eklatant wird es bei der Betrachtung der Mortalität. Scheint diese auf den ersten Blick mit 8,3% unverändert, wird der tiefgreifende Wechsel nach Einrechnen des Krankheitsgrades der behandelten Patienten deutlich. Dies geschieht durch errechnen der Standardisierten Mortalitätsrate. Et voila. Die Sterblichkeitsreduktion liegt bei rund 9%. Das muss ein Medikament erst mal schaffen.

Gleichzeitig hatte das Projekt trotz seiner begeisternden Protagonisten mit dem üblichen Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Fehler geschehen schließlich nur anderen, und eine Checkliste für Routine-Prozeduren erscheint nicht allen Mitarbeitern immer … naheliegend. Auch im Prozess Audit in Nijmegen wurden Checklisten und Briefings in 70%-90%, Debrifings in 55%-71% und Strukturierte Übergaben nach Übergabebogen in 55%-70% der beobachteten Fälle genutzt.

 

Nur der übliche Vergleich:

Man stelle sich vor, nur 70%-90% der Piloten würden die Landecheckliste abarbeiten

crm6

 

Fazit:

Wir alle tragen ein großes Potential in uns, arbeiten hart daran uns laufend zu verbessern. Wenn wir dieses Potential aber ausschöpfen wollen, dann ist CRM der Weg wie wir es bis zum Patienten bringen.

Eine Änderung der Mentalität rettet Leben, das scheint offensichtlich. Hier aber wird es zum ersten Mal beweisen.
P.S.: Vielen Dank an Linda Richter für den Tip. Ihr wollt auch so ein Training?

Faktor Mensch ist ein großartiger Anbieter von TRM Trainings unterschiedlicher Intensität.