Automatische vs. manuelle Defibrillation

Das Vermeiden von Unterbrechungen während der Reanimation ist ein wichtiger Faktor für das Überleben von Patienten. Vor allem die nicht-vermeidbaren Pausen (Rhythmuskontrolle und Defibrillation) stehen zur Zeit im Fokus der Forschung. Um besonders die Zeit für die Rhythmusanalyse so kurz wie möglich zu halten, verwenden viele Notärzte eher die manuelle Defibrillationsmethode und umgehen so die Analysezeit. Ob dieses Vorgehen wirklich zu einer Minimierung der preschock Pause führt, hat eine aktuelle Studie nun untersucht.

The association between manual mode defibrillation, pre-shock pause duration and appropriate shock delivery when employed by basic life support paramedics during out-of-hospital cardiac arrest
Resuscitation. 2015 Feb 28;90:61-66. PMID: 25737080

defbrillation

Hierzu wertete ein Forschungsteam um Sheldon Cheskes 335 Reanimationen von Patienten mit schockbarem Rhythmus aus. Von den 335 Reanimationen erfolgte bei 155 (46%) die manuelle Defibrillation mit ingesamt 339 Schocks (196 Schocks durch den Notarzt, 143 Schocks durch den Rettungsassistenten). Bei den übrigen 180 Patienten wurde die automatische Defibrillation angewendet. Zielparameter waren die Anzahl der preschock Pausen von weniger als 20 Sekunden und die mittlere Zeit bis zum Auslösen der Defibrillation.

Bezüglich der Unterbrechungen mit einer Zeit von weniger als 20 Sekunden konnte das Forschungsteam keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Methoden nachweisen (Manuell 82,8% vs. Automatisch 84,8%, p=0,65). Die mittlere Zeit bis zur Defibrillation war allerdings bei der automatischen Defibrillation kürzer als bei der manullen (Manuell 17,0 s vs. Automatisch 15,0 s, p=0,05). Bei den unsachgemäßen Defibrillationen zeigten sich allerdings keine Unterschiede (Manuell 1,0% vs. Automatisch 0,7%, p=1,0).

Fazit:
Auch wenn die automatische Methode zu einer leicht kürzeren Unterbrechung führt, erfüllen beide Methoden zu gleichem Maße das Ziel einer preschock Pause von weniger als 20 Sekunden. Wer sich also mit der manuellen Methode nicht sicher fühlt kann mit der automatischen Methode die selben Ergebnisse erziehlen ohne dabei einen Nachteil für den Patienten befürchten zu müssen.

Nicht vergessen: Eine pre-schock Pausen von mehr als 20 Sekunden führt zu einem deutlich schlechteren Outcome (PMID: 24513129). Ziel einer suffizienten Reanimation ist das Minimieren von Unterbrechungen durch vorrausschauendes Planen der Handlungen.