Notfallmedizin

Kurz vorgestellt: Für mal besser sein – Profis drücken besser

Written by md

Mehr ist wohl mehr! Paramedics im australischen Staat Victoria reanimierten mit besserem Ergebnis als Ersthelfer.

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Comparison of out-of-hospital cardiac arrest occurring before and after paramedic arrival: epidemiology, survival to hospital discharge and 12-month functional recovery
Resuscitation 89 (2015) 50–57

Die Autoren Nehme, Andrew, Bernard und Smith präsentieren Daten aus dem Victorian Ambulance Cardiac Arrest Registry (VACAR), in dem seit 1999 rund 72.000 Kreislaufstillstände dokumentiert wurden. Hierbei vergleichen sie retrospektiv Reanimationen von Juli 2008 bis Juni 2013 darauf, ob und wer mit der CPR begann und mit welchem Langzeiterfolg.

8648 Kreislaufstillstände kardialer Genese wurden hierbei erfasst und verglichen.

Davon waren:

  • 2931 von Ersthelfern beobachtet und mit CPR begonnen
  • 1474 von Ersthelfern beobachtet und keine CPR
  • 1664 von Ersthelfern unbeobachtet und mit CPR begonnen
  • 1312 von Ersthelfern unbeobachtet und keine CPR
  • 1267 von Paramedics beobachtet (und CPR begonnen;)

Der Natur der Sache entsprechend ergaben sich verschiedene unterschiede der jeweiligen Patientengruppen

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Die Paramedics bekamen insbesondere die Fälle mit pulsloser elektrischer Aktivität ab. Schlechtere Ausgangswerte gab es nur für unbeobachtete Fälle, bei denen dann noch nicht mal jemand mit einer CPR begonnen hatte.

Und sie hatten dennoch Erfolg, und was für einen:

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Aber immer spielte der Faktor „Zeit“ eine tragende Rolle. Sowohl bei der Häufigkeit, noch einen schockbaren Rhythmus anzutreffen:

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Als auch folgerichtig bei der Wahrscheinlichkeit für ein Überleben

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Selbst wenn Ersthelfer der Kollaps beobachteten und mit Wiederbelebungsmaßnahmen begannen sank die Wahrscheinlichkeit das Krankenhaus lebend zu verlassen von rund 50% auf 30% ab, wenn das EMS-Team erst nach 10-15 Minuten eintraf.

 

Fazit:

Etwas mehr Ausrüstung als Hände und Füße, sowie das dazugehörige Training verbessern das Überleben von Patienten mit Herzkreislaufstillstand. Wird nicht direkt mit Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer begonnen, so hat der Patient kaum eine Chance auf ein lebnswertes Überleben. Doch selbst dann muss professionelle Hilfe schnellstmöglich zum Einsatzort.

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