Kurz vorgestellt: Magenschutz erhöht das Risiko auf einen Clostridien Infekt

Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wie Omeprazol ist beim kritisch Kranken ein unabhängiger Risikofaktor für eine Clostridium difficile Infektion.
Proton pump inhibitors increase the risk for hospital-acquired Clostridium difficile infection in critically ill patients.
Crit Care. 2014 Dec 24;18(6):714

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Zu diesem Ergebnis kommen Jeffrey F Barletta und David A Sclar in ihrer retrospektiven Fall-Kontroll Studie, für die sie die Multiparameter Intelligent Monitoring in Intensive Care II (MIMIC II) Datenbank des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston verwendeten, einem 620 Betten tertiär Krankenhaus mit 77 Intensivbetten.

Von den in der Zeit 2001 bis 2008 untersuchten Patienten zeigten 239 eine sekundäre, mit dem Intensivaufenthalt assoziierte Clostridien Infektion. 204 Patienten konnten ausgewertet werden. Für diese wurden je 204 Patienten auf ihre demographischen und medizinischen Eigenschaften ge-matched.

Dann wurden in univariater Analyse beeinflussende Faktoren analysiert und danach auf PPI-Gabe geprüft.

Unabhängige Risiken: Antibiotikagabe, insbesondere mehrere (>3) Antibiotika.

Auch nach Anpassung darauf erhöhte die PPI-Gabe die Infektionsrate um rund 10% (von 44% auf 54%), wenn die Therapie über mehr als 2 Tage dauert.

Dies entspricht vorangegangenen Untersuchungen von Barletta, Freedberg und Dalton.

Dieses Risiko ist vor der Gabe gegen das Risiko einer durch die PPI-Gabe zu verhindernden Blutung abzuwägen.

Vergleichende Studien um Pneumonie und Clostridien-Infektion mit den Auswirkungen einer Blutung zu vergleichen gibt es noch nicht.

 

Fazit:

Beim Magenschutz auf der Intensivstation sollte, grade bei gleichzeitiger Antibiotikatherapie mit einer Clostridien-Infektion gerechnet werden.