Kurz vorgestellt: Mal nüchtern – die wollen doch nicht, die Anästhesisten, oder?

Ob der Kaffee 2 Stunden vor der OP ein Kaffee, oder ein Tee, mit Milch, oder ohne war, das interessiert die Ansthesisten doch nur aus Neid, oder?

Nein, sagen Okabe et al. und sehen mal nach

Determinants of liquid gastric emptying: comparisons between milk and isocalorically adjusted clear fluids

British Journal of Anaesthesia 114 (1): 77–82 (2015);

 

5 verschiedene Getränke gleichen Volumens, aber mit unterschiedlichem Kaloriengehalt wurden 8 gesunden Freiwilligen zum Trinken gegeben und in Folge der Magen sonographisch dargestellt.

bev1

Das Magenvolumen wurde aus dem sagittalen Anschnitt berechnet.

bev2

Wasser war schon 30 Minuten nach Ingestion aus dem Magen verschwunden, Oragensaft und ein Wasser/Milch-Gemisch nach 2 Stunden.

Die vollkalorische Milch, oder der um Kalorien angereicherte Orangensaft ließen es ein wenig geruhsamer angehen und waren immerhin fast zur Hälfte noch aspirationsbereit. Ergänzt man durch Angst, verzögere Magenentleerung oder einen supraglottischen Atemweg, so ist die Wartezeit von mehr als 2 Stunden bei kalorienhaltigen Getränken wohl mehr als angebracht.

 

Fazit:

Die Magenentleerung hat wenig mit Viskosität, pH oder Farbe von Getränken zu tun. Die Entleerung richtet sich aber augenscheinlich nach dem Kaloriengehalt. Wer seinen Kaffee blond und süß schätzt wird wohl präoperativ länger auf ihn verzichten müssen als die „Höllen“-Fraktion.

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Zeit für den Patienten noch eine rauchen zu gehen…