Kurz vorgestellt: Prähospitale Volumengabe senkt Krankenhaussterblichkeit der schweren Sepsis

Trotz aller Vorbehalte ist die frühe Volumensubstitution weiterhin ein Grundpfeiler der supportiven Sepsistherapie. Wie früh damit gemeint ist zeigen Registerdaten aus King County, Washington

Prehospital intravenous access and fluid resuscitation in severe sepsis: an observational cohort study. Seymour et al. Crit Care. 2014 Sep 27;18(5):533

In einer prospektiven Observationsstudie von 11.2009 bis 12.2010 wurden diejenigen der 45394 erfassten Patienten mit der Diagnose „Schwere Sepsis“ in den 15 behandelnden Krankenhäusern nachbeobachtet. Aus den Einsatzdaten wurde das Legen eines intravenösen Zuganges und die Infusion kristalliner Lösung (Ringerlaktat) ausgelesen.

1350 Patienten erfüllten sie Einschlusskriterien.

948 bekamen weder einen Zugang, noch Volumen,

90 einen Zugang, aber kein Volumen,

312 einen Zugang und Volumen (im Mittel 500ml, max. 1000ml)

sepsis

Es ließ sich eine deutlich reduzierte Krankenhaussterblichkeit darstellen.

Einschränkend ist die Fallzahl, trotz sehr großer Anzahl „gescreenter“ Patienten relativ gering. Der rein beobachtende, unrandomisierte Ansatz öffnet Einflussfaktoren von der Einschätzung des Paramedic über die Wahl des weiterversorgenden Krankenhauses bis zu Art und Menge des eingesetzten Volumens Tür und Tor und der a posteriori Einschluss der Patienten nach der ICD-Diagnose des Krankenhauses kann das präklinische Bild verschoben haben.

Es ist aber ein weiterer Hinweis auf den Zeitfaktor als entscheidende Größe in der Sepsistherapie.

Sepsis ist eine tödliche, zeitkritische Erkrankung. Dran zu denken ist der Beginn der Therapie.

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