Kurz vorgestellt: Magnesium beim akuten Migräneanfall

Magnesium wird in der Notfallmedizin und Intensivmedizin schon bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt. Als natürlicher Kalziumantagonist wird Magnesium z.B. bei Herzrhythmusstörungen oder Eklampsie eingesetzt. Auch die inhalative oder intravenöse Gabe bei akuter Atemwegsobstruktion wurde in den letzten Jahren viel diskutiert.

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich nun mit der Anwendbarkeit von Magnesium bei der akuten Migräne und bringt interessante Ergebnisse für die Notfallmedizin mit sich:

Comparison of Therapeutic Effects of Magnesium Sulfate vs. Dexamethasone/Metoclopramide on Alleviating Acute Migraine Headache
J Emerg Med. 2014 Sep 30. pii: S0736-4679(14)00757-4. PMID: 25278139

Untersucht wurde die Gabe von 1g Magnesiumsulfat (in 100 ml NaCl als Kurzinfusion) im Vergleich zur Standardtherapie (8mg Dexamethason + 10mg Metoclopramid). Als Parameter für die Wirksamkeit wurde der Schmerz mithilfe einer nominalen Analogskala (0-10) bestimmt. In der Dexa/MCP-Gruppe lag der Ausgangsschmerz bei 8,2 und in der Mg-Gruppe bei 8,0. Untersucht wurde der Schmerzverlauf 20 Minuten, 1 Stunde und 2 Stunden nach Verabreichung der Medikamente.

Dexa/MCP Magnesium
Ausgangswert 8.2 ± 1.3 8.0 ± 0.9
20 Minuten 7.4 ± 1.4 5.2 ± 1.7
1 Stunde 6.0 ± 2.4 2.3 ± 1.9
2 Stunden 2.5 ± 2.9 1.3 ± 0.7

 
Fazit:
Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass die Gabe von Magnesium schnell und effektiv zu einer Schmerzreduktion bei Migräne führt. Aufgrund der geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zu Dexamethason und MCP könnte Magnesium in Zukunft eine interessante Rolle bei der Behandlung migränebedingter Kopfschmerzen haben.

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