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Ebola – Für Dummies

Written by md

Sich zum Thema „Ebola“ zu äußern findet im Spannungsfeld zwischen Ignoranz und Panikmache statt. Hier die Zusammenfassung… als 101 … in a nutshell… zum Besser-Wissen

Der Ebola ist ein rund 200km langer Seitenfluss des Mongala und schlängelt sich durch die Demokratische Republik Kongo. An seinem Ufer wies ein belgisch geführtes Team 1976 das gleichnamige Virus erstmals nach. Der dazugehörige Erlebnisbericht ist lesenswert.

Das Virus wird aus seinem Reservoir auf den Menschen übertragen, breitet sich epidemisch aber nur von Mensch zu Mensch aus.

Nicht durch die Luft, sondern nur durch direkten, ungeschützten Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Aerosolen. Handschuhe, ein Mundschutz (am besten auf dem Patienten) und das bedecken von freien Körperflächen bieten ausreichenden Schutz. Das Virus ist zudem sensibel gegen handelsübliche, viruzide Desinfektionsmittel. Ein martialischer, umluftunabhängiger Ganzkörperschutz ist der Berühmtheit, nicht aber der Gefährlichkeit angemessen.

Der Guardian stellte diese mal im Vergleich zu anderen Erregern grafisch dar, The Economist visualisiert die Transmission in 2 Kontaktschritten.

Es gehört in die Gruppe der fadenförmigen RNA-Viren (zusammen mit dem Marburg- und dem Cuevavirus) und hat sich bisher in 5-7 Unterarten geteilt… aber entscheidet selbst 🙂

EbolaArten

Bekannt ist: Mortalität zwischen 25-75%, je nach Versorgungsqualität und Ausbruch.

Aber wie tötet das Virus?

Durch eine Sepsis.

Mit massiver Disseminierter Intravasaler Coagulopathie (DIC).

Eine feine Zusammenfassungsarbeit von Martinez et. al beschreibt Wissen und Lücken. Das Virus befällt zunächst insbesondere die immunkompetenten dendritischen Zellen, dann Makrophagen und führt zu einem Zytokinsturm… mit dem nachfolgenden bekannten Bild aus Kapillarleck, DIC, Septischem Schock, Akutem Nieren- und Leberversagen.

Im derzeitigen Ausbruch stellten sich Patienten insbesondere mit Fieber, Müdigkeit/Krankheitsgefühl und Muskelschmerzen vor. Eine Konjunktivitis war neben schon bestehenden klinischen Zeichen der Sepsis oder DIC ein erstaunlich eindeutiges Merkmal für eine auch ggf. fatale Infektion.

Was ist also zu tun?

  1. Grundregel bei allem das mit Sepsis zu tun hat: Dran denken! (just-in-case-of-fever)
  2. Keine Panik!
  3. Alle Kontaktpersonen samt Verdachtspatienten am Ort des Erstverdachtes Kohorten-isolieren (Tür zu; nicht ausladen; nicht verlegen bis klar ist wie und wohin)
  4. Wenn schon ungeschützter Kontakt, dann mit-isolieren und Desinfektion der Haut.
  5. Meldung an Oberarzt, ÄLRD, Gesundheitsamt… (die müssen alle seit Wochen an Alarm/Einsatz/Katastrophen und sonstigen Plänen arbeiten, die bis zur Farbe der Flaschen alles Weitere regeln)
  6. Patienten versorgen, wenn dieser akute Unterstützung braucht. Dabei die vorgesehenen Schutzmaßnahmen beachten. Merke: Grippe überträgt sich ungleich leichter und bringt regelmäßig ein Vielfaches an Menschen um.

Nach rund 21 Tagen ist klar, ob eine Übertragung stattgefunden hat. Nach durchgemachter Infektion kann das Virus aber noch über Wochen in Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden, z.B. im Sperma.

Weitere Informationen:

Und nun viel Spaß bei eurem Teil der NBC-News.

 

 

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